• 4. Konzertabend im Palais am Stadthaus

    Es war der 4. Konzertabend und das 3. Konzert der Stipendiaten der Karajan Akademie im Palais Am Stadthaus. Die Gastgeber Ira Schwarz und Dieter Mann luden über 60 Gäste aus Wirtschaft und Kultur zu diesem vorweihnachtlichen Abend ein – die mit Mozart, Robert Schumann und Beethoven akustisch verwöhnt wurden. Aber auch der Gaumen erlebte wahre Freuden: Hähnchen, Ceviche vom Wolfsbarsch, Hirschkalbsragout und Bayerisch Creme mit Himbeermark waren unter anderem die Köstlichkeiten dieses in allem gelungenen Abends.

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  • Die DDR öffnet Tür und Tor

     

    Die DDR öffnet Tür und Tor

    Ira Schwarz’ Verwunderung am Tag der Maueröffnung ist ein gutes Beispiel dafür, wie unerwartet die Wendung in der DDR-Politik kam. Auf ihrer Fahrt nach Reinickendorf sorgt bereits ein gut gelaunter Trabbifahrer dafür, dass Ira ins Staunen gerät. Ihre Frage „Wo kam der denn so plötzlich her?“ beantworten ihr die Kollegen mit Champagner – denn die Mauer steht nun kurz vor ihrem endgültigen Fall.

    Ira Schwarz bekommt ein Stück Erinnerung zurück

    Bereits kurze Zeit später denkt sie an das Grundstück ihrer Großmutter in Kühlungsborn, dass sie bei ihrer Flucht aus der DDR hinter sich lassen mussten. So fährt sie im Jahr 1990 das erste Mal wieder in ihren Heimatort und muss mit Enttäuschung feststellen, dass ihr Erbhaus in der Zwischenzeit stark verfallen ist. Das gleiche Schicksal haben fast alle Häuser in Kühlungsborn erlitten, denn die Politik des Ostens machte die Stadt zu einem überladenen Urlaubsort und gleichzeitig zu einer stark überwachten, potentiellen Fluchtgefahr aufgrund der Ostsee-Lage.

    Obwohl Ira Schwarz anfänglich noch kein großes Interesse an einem Ferienhaus verspürt, geht man Renovierungsarbeiten an. Um die Strukturen des niederdeutschen Hallenhauses zu retten, ist die Restauration auch bitter nötig. Langsam werden Dach, Mauern und Lehmboden mühevoll wieder instand gesetzt.

    Ein Schicksalsschlag

    Schlagartig verändert der Flugzeugabsturz von Hans-Joachim Schwarz und vier Freunden in Südafrika den gewohnten Lauf der Dinge. Mit einer einmotorigen Sportmaschine gerät die Gruppe über Sambia in ein Gewitter und stürzt ab, weil sie das Leitwerk verliert. Die Maschine musste bereits ein Jahr zuvor wegen eines Motorschadens stehen gelassen werden. Innerhalb weniger Tage muss Ira Schwarz so fünf Beerdigungen beiwohnen.

    Das abrupte Ableben ihres Ehemannes sorgt auch dafür, dass die Firma GRG vor einem Wendepunkt steht. Die Konkurrenz evaluiert bereits die Möglichkeiten und es sind Entscheidungen gefragt. Zusammen mit ihrem Sohn Stephan, der schon zwei Jahre in der Geschäftsleitung tätig ist, nutzt Ira Schwarz ihre eigene Erfahrung beim Aufbau der Firma, wenn sie entscheidet: „Es geht weiter“. Ihre unternehmerische Veranlagung – und der Wille sich durchzusetzen – entspringen sicher auch dem Kampfgeist ihrer Mutter.

    Um die Firma mit nun 2.600 Mitarbeiter in sichere Bahnen zu lenken, muss schnell Verantwortung übernommen werden. Denn auch wenn Ira Schwarz in groben Zügen über die Strukturen des Unternehmens Bescheid weiß, hatte den kompletten Überblick bis zum Schluss nur Hans-Joachim Schwarz. Zusammen mit einem schon vor Jahren gegründetem Beirat gelingt es trotzdem, das Familienunternehmen zu bewahren und damit die schwierigen Zeiten zu meistern.

    Das Haus, der Mann, die Kinder

    Neben dem Mühen um die Firma lernt Ira Schwarz in dieser Zeit auch ihren jetzigen Lebensgefährten kennen, den Architekten Dieter Mann. Es folgt ein Hausbrand und eine Schenkung – im Sinne der Familientradition also wieder fordernde Zeiten und große Aufgaben.

  • Das Leben in Berlin

    Das Leben in Berlin

    Das Atriumhaus in Dahlem, in das die fünfköpfige Familie Schwarz im Jahr 1973 einzieht, hat ein besonderes, architektonisches Kennzeichen – von dem zentralen Raum in der Mitte des Anwesens gehen alle anderen Räume ab. Die teilweise zum Himmel offene Struktur im Mittelpunkt des Flachbaus aus Backstein wurde entworfen und gebaut vom Architekt Franz Mocken, dessen Erben dieses einzigartige Wohnkonzept direkt an die Familie Schwarz verkaufen.

    Zwei Mal Grenzerfahrung für Ira Schwarz

    Ira Schwarz engagiert sich während dieser Zeit nicht nur unternehmerisch, sondern auch auf sozialer Ebene im „German American Women Club“. Ihr Interesse an einer Mitgliedschaft speist sich auch aus der internationalen Nachbarschaft, in der viele Amerikaner leben. Für zwei Jahre ist sie die Präsidentin der 400 Frauen, die sich in den Bereichen Theater-, Literatur- und in Kochgruppen karitativ einbringen. Dies führt zu  vielen neuen Freundschaften und einem Besuch in Washington, bei dem Ira Schwarz das Oval Office besuchen darf.

    Im Winter 1987 dann trägt es sich zu, das Hans-Joachim Schwarz bei einem Spaziergang eine Neuentdeckung macht, die einen weiteren Umzug einleitet. Bei einem Ausflug über den gefrorenen Wannsee sieht er zum ersten mal die Colonie Alsen – eine Sommervillenkolonie, die 1863 vom Bankier Wilhelm Conrad gegründet wurde – und dabei verguckt er sich in eine Villa aus dem Jahr 1913.

    In typischer Bauweise reicht dort der Garten bis an die Wasserkante und es ergibt sich so ein prächtiger Blick auf den kleinen Wannsee. Da das Gebiet in unmittelbarer Nähe zur DDR liegt, gibt es zunächst noch kein großes öffentliches Interesse an den ehrwürdigen Gebäuden. Hans-Joachims Wunsch nach dem Haus wird trotzdem umgesetzt und die Villa Schritt für Schritt renoviert. Als die Mauer später fällt, entwickelt sich die Gegend schließlich zu einem der begehrtesten Wohngebiete der Stadt.

    Die Restauration des Garten nach Originalvorlagen liegt dabei ausschließlich in der Hand von Ira Schwarz. Nach der Fertigstellung werden die Mühen und der Erfolg des Projekts auch belohnt, als der Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Grundstück besucht.

    Ein Gewinn und ein Verlust

    Der Mauerfall führt Iras Weg bald zurück an die Orte ihrer Kindheit, was nach all der turbulenten Politik des 20. Jahrhunderts gar nicht selbstverständlich ist. Zusätzlich erfährt sie auch einen schmerzlichen Verlust, auf den sie schließlich mutig reagiert.