Das Leben in Berlin

Das Leben in Berlin

Das Atriumhaus in Dahlem, in das die fünfköpfige Familie Schwarz im Jahr 1973 einzieht, hat ein besonderes, architektonisches Kennzeichen – von dem zentralen Raum in der Mitte des Anwesens gehen alle anderen Räume ab. Die teilweise zum Himmel offene Struktur im Mittelpunkt des Flachbaus aus Backstein wurde entworfen und gebaut vom Architekt Franz Mocken, dessen Erben dieses einzigartige Wohnkonzept direkt an die Familie Schwarz verkaufen.

Zwei Mal Grenzerfahrung für Ira Schwarz

Ira Schwarz engagiert sich während dieser Zeit nicht nur unternehmerisch, sondern auch auf sozialer Ebene im „German American Women Club“. Ihr Interesse an einer Mitgliedschaft speist sich auch aus der internationalen Nachbarschaft, in der viele Amerikaner leben. Für zwei Jahre ist sie die Präsidentin der 400 Frauen, die sich in den Bereichen Theater-, Literatur- und in Kochgruppen karitativ einbringen. Dies führt zu  vielen neuen Freundschaften und einem Besuch in Washington, bei dem Ira Schwarz das Oval Office besuchen darf.

Im Winter 1987 dann trägt es sich zu, das Hans-Joachim Schwarz bei einem Spaziergang eine Neuentdeckung macht, die einen weiteren Umzug einleitet. Bei einem Ausflug über den gefrorenen Wannsee sieht er zum ersten mal die Colonie Alsen – eine Sommervillenkolonie, die 1863 vom Bankier Wilhelm Conrad gegründet wurde – und dabei verguckt er sich in eine Villa aus dem Jahr 1913.

In typischer Bauweise reicht dort der Garten bis an die Wasserkante und es ergibt sich so ein prächtiger Blick auf den kleinen Wannsee. Da das Gebiet in unmittelbarer Nähe zur DDR liegt, gibt es zunächst noch kein großes öffentliches Interesse an den ehrwürdigen Gebäuden. Hans-Joachims Wunsch nach dem Haus wird trotzdem umgesetzt und die Villa Schritt für Schritt renoviert. Als die Mauer später fällt, entwickelt sich die Gegend schließlich zu einem der begehrtesten Wohngebiete der Stadt.

Die Restauration des Garten nach Originalvorlagen liegt dabei ausschließlich in der Hand von Ira Schwarz. Nach der Fertigstellung werden die Mühen und der Erfolg des Projekts auch belohnt, als der Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Grundstück besucht.

Ein Gewinn und ein Verlust

Der Mauerfall führt Iras Weg bald zurück an die Orte ihrer Kindheit, was nach all der turbulenten Politik des 20. Jahrhunderts gar nicht selbstverständlich ist. Zusätzlich erfährt sie auch einen schmerzlichen Verlust, auf den sie schließlich mutig reagiert.